Sonntag, 5. Januar 2025

[Rezension] Thieves Gamit & Royal Gambit

 Titel:
Thieves Gambit
Royal Gambit 
Autorin: Kayvion Lewis
Seitenanzahl:
416 Seiten (Band 1, Printausgabe) 
352 Seiten (Band 2, Printausgabe) 
Erscheinungsdatum:
15.02.2024
14.11.2024 
ISBN:
Band 1: 978-3-423-76502-2
Band 2: 978-3-423-76543-5
  
 
 Inhalt (Band 1)
 Rosalyn Quest ist die Tochter einer legendären Diebesfamilie. Ihr ganzes Leben wurde sie darauf trainiert, weltweit die größten Coups durchzuziehen. Doch gerade als sie ihren Ausstieg aus dem Familienbusiness plant, wird ihre Mutter gefangen genommen. Rosalyns einzige Chance, ihre Mutter zu retten: die Einladung zum Thieves‘ Gambit, einem Wettbewerb für Nachwuchsdiebe, die sie eigentlich abgelehnt hatte. Wer den Wettbewerb gewinnt, erhält einen Wunsch, der sich durch Macht, Geld oder Einfluss erfüllen lässt. Ohne zu wissen, worauf sie sich einlässt, nimmt Ross die Einladung zum Thieves‘ Gambit an. Ihre Gegner sind unberechenbar. Und der Wettkampf ist brandgefährlich – auch für ihr Herz.
 
 
Meine Meinung
Als ich mit Thieves Gambit begonnen habe, wusste ich sofort: Das hier wird eine ganz besondere Reihe. Schon der Auftakt hat mich komplett in seinen Bann gezogen. Spannend, clever und voller Adrenalin – genau so muss ein Jugendthriller sein, der gleichzeitig mitreißend und tiefgründig ist. Der Schreibstil ist rasant, packend und gleichzeitig so bildhaft, dass ich die Szenen wie einen Film vor Augen hatte. Besonders beeindruckt hat mich, wie schnell man in die Geschichte hineingezogen wird und wie schwer es fällt, das Buch wieder aus der Hand zu legen.
 
Die Figuren sind für mich das Herzstück dieser Dilogie. Ross Quest ist eine Protagonistin, die nicht perfekt sein will und gerade dadurch unglaublich echt wirkt. Sie ist clever, mutig und gleichzeitig voller Zweifel, eine Mischung, die sie greifbar und nahbar macht. Ihre Entwicklung über beide Bände hinweg ist großartig zu beobachten: vom Mädchen, das von äußeren Erwartungen und familiärem Druck getrieben wird, hin zu einer jungen Frau, die ihre eigenen Entscheidungen trifft und für das kämpft, was ihr wirklich wichtig ist. Auch die Nebenfiguren sind vielschichtig und haben ihre eigenen Geheimnisse, die mich immer wieder überrascht haben.
 
Als ich Thieves Gambit angefangen habe, war ich sofort gefesselt. Schon die ersten Seiten haben mich mitgerissen, und der rasante, spannende Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte. Action, Intrigen, Rätsel und ein Hauch von Romantik, alles war dabei, ohne überladen zu wirken. Besonders Ross Quest hat mich begeistert: eine clevere, mutige, aber auch verletzliche Protagonistin, die mit jeder Entscheidung gewachsen ist. Für mich war der Auftakt der Reihe ein echtes Highlight, weil er so überraschend, temporeich und frisch war.
 
Mit Royal Gambit hatte ich mir eine genauso starke Fortsetzung erhofft, aber hier kam für mich leider etwas Ernüchterung. Zwar war die Handlung immer noch spannend und voller Wendungen, doch sie wirkte deutlich chaotischer und weniger fokussiert. Manche Entwicklungen fühlten sich überstürzt an, andere haben sich in die Länge gezogen. Gerade nach dem starken ersten Band hätte ich mir eine klarere Richtung und mehr Tiefe in der Figurenentwicklung gewünscht. Ross bleibt interessant, aber einige Nebenfiguren gingen für mich unter, und insgesamt fehlte mir ein wenig die Magie und das Adrenalin, das Thieves Gambit so besonders gemacht hat.
 
Fazit
Die Dilogie ist insgesamt sehr lesenswert, allein schon wegen des fantastischen ersten Bandes, der mich komplett begeistert hat. Band 2 konnte für mich leider nicht ganz mithalten und hat einige Schwächen, die den Gesamteindruck ein wenig trüben. Trotzdem lohnt es sich, Ross’ Geschichte zu verfolgen, weil die Grundidee spannend ist und es viele Momente gibt, die einen mitreißen.
 
Zusammen gebe ich den Büchern 4 von 5 Ballons 🎈
 
Band 1: 4,5 von 5 Ballons 🎈
Band 2: 3 von 5 Ballons 🎈
 
 
Geschrieben von Tatjana

Samstag, 5. Oktober 2024

[Rezension] Shatter Me

 Titel: Shatter Me
Autorin: Tahereh Mafi
Verlag: cbt Verlag
Seitenanzahl: 336 Seiten (Printausgabe)
ISBN: 978-3-570-31638-2
 
Inhalt

Ihre Welt wurde fast zerstört, regiert von einer erbarmungslosen und grausamen Regierung. Nun kommt diese um sie zu holen.

Seit 264 Tagen ist Juliette weggesperrt, gefürchtet und verachtet. All das wegen ihrer Berührung - diese ist tödlich.

Während alle in ihr ein Monster sehen, sieht einer in ihr eine Chance. Commander Warner, Regent von Sektor 45, holt sie zu sich, um sie zu erforschen und sie als Waffe zu benutzen.

Genau das möchte Juliette vermeiden, denn sie weiß es ganz genau. Sie ist kein Monster und wird nie eins sein.

Daher wird sie kämpfen, für sich und alles, wofür sie steht.

 
Meine Meinung
Tahereh Mafi fällt sofort stilistisch auf: die Ich-Perspektive ist extrem intim, häufig fragmentarisch, mit poetischen, wiederholenden Bildern und kurzen, abgehackten Sätzen. Ein Markenzeichen der ersten Auflage sind durchgestrichene Passagen (in vielen Ausgaben als echte Durchstreichungen gesetzt), die Juliettes unterdrückte Gedanken oder das, was sie sich nicht erlauben will, sichtbar machen. Das ergibt eine sehr direkte, emotionale Stimme, mal kraftvoll und eindringlich, mal etwas überkandidelt. Für Leserinnen und Leser, die Sprache und innere Monologe lieben, funktioniert das hervorragend; wer eher klaren, nüchternen Erzählduktus bevorzugt, kann sich daran stoßen.
 
Juliette ist die Hauptfigur wirkt anfangs gebrochen und unsicher; ihre Entwicklung — vom Opfer zur handelnden Person — ist das Herz des Romans. Mafi zeigt ihre Verletzlichkeit sehr offen.
Adam ist der liebende, beschützende Gegenpol; in der Darstellung sehr sympathisch, trägt aber die typische YA-Held/Retter-Rolle.
Warner: Ein Antagonist, der mehrschichtig angelegt ist; je weiter man liest, desto ambivalenter wirkt seine Figur.
Nebenfiguren bringen Humor und Dynamik (z. B. ein Freund mit Schlagfertigkeit), manche bleiben hingegen etwas schemenhaft.
 
Das Buch behandelt Macht und Kontrolle (individuell und politisch), Trauma und Heilung, Identität, die Ethik der Instrumentalisierung von Menschen als Waffe und die Suche nach Nähe. Ein großer Fokus liegt auf innerer Rehabilitation: Wie kann ein Mensch, der anderen geschadet hat (oder glaubt, das zu tun), wieder lernen, sich selbst zu vertrauen?
Das Buch beginnt introspektiv und lässt die Welt zunächst eher schemenhaft auftreten, Schwerpunkt ist Juliettes Innenleben. Mit Fortschreiten der Handlung öffnet sich der Plot, es treten Verschwörungen und äußere Konflikte deutlicher hervor, das Tempo nimmt zu. Als Auftakt zu einer Reihe legt Shatter Me viele Grundsteine und endet so, dass Neugier auf die Fortsetzung bleibt.

Fazit
Shatter Me ist ein mutiger YA-Debütroman, dessen größte Stärke die eigenwillige, unmittelbare Stimme der Protagonistin ist. Die Mischung aus innerer Zerrissenheit, einer Prise politischer Spannung und einer starken romantischen Achse macht das Buch zu einem schnellen, häufig berührenden Lesestoff — auch wenn die stilistischen Exzesse und manche Plotklischees nicht jedem gefallen werden.
 
Dem Buch gebe ich 4 von 5 Ballons 🎈
 
 
Geschrieben von Patricia
 
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